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Plan B 2.0

Für kleine und mittlere Unternehmen

Sie sind ein kleines oder mittleres Unternehmen in Leipzig und suchen qualifizierte Auszubildende, benötigen aber weitere Informationen? Als Ansprechpartnerinnen für die Zielgruppe Studienabbrecher*innen stehen Ihnen zur Verfügung:

Logo von Plan B 2.0

Franziska Wildner
Projektleiterin Plan B 2.0
KOWA Leipzig
0431/97-30033
franziska.wildner@kowa-leipzig.de

Vom Studium in die Praxis: Wie Unternehmen von Studienabbrecher*innen profitieren

Sie benötigen weitere Informationen speziell zur Zielgruppe der Studienabbrecher*innen? Wir haben für Sie alle relevanten Informationen auf einen Blick.

Gründe für einen Studienabbruch

Jede*r dritte Bachelorstudierende beendet das Studium vorzeitig.

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei einem Studienabbruch um einen längeren Entscheidungsprozess handelt – er findet nicht spontan und kurzfristig statt. Die Gründe für einen Studienabbruch sind dabei vielfältig: Sie reichen vom Wandel des thematischen Interesses, Leistungsproblemen oder mangelnder Passung zum gewählten Studienfach bis hin zu Finanzierungsschwierigkeiten. Oft spielen auch die Erwartungen an das Studium und die Realität des Studienalltags eine Rolle – viele Studierende erkennen während des Studiums, dass ihnen die Praxisnähe fehlt und der gewählte Studiengang nicht ihren persönlichen Zielen oder beruflichen Vorstellungen entspricht. 84 % aller Studienabbrechenden wünschen sich mehr praktische Tätigkeiten und entscheiden sich unter anderem deshalb für eine Ausbildung. Im Studium haben Studienabbrecher*innen jedoch bereits wertvolle fachliche, methodische und soziale Kompetenzen erworben, um sich auf alternative berufliche Wege vorzubereiten.

Stärken und Potenziale von Studienabbrecher*innen

Junge Menschen, die eine Hochschule ohne Abschluss verlassen, bringen viele Kompetenzen mit, um erfolgreich einen alternativen beruflichen Weg einzuschlagen.

Selbstständigkeit und persönliche Reife

Studienaussteiger*innen bringen gegenüber anderen Auszubildenden besondere Stärken mit: Sie haben sich bewusst gegen den bisherigen Bildungsweg und für einen neuen beruflichen Pfad entschieden. Diese Entscheidung erfordert intensive Selbstreflexion und Verantwortungsbewusstsein und trägt maßgeblich zur persönlichen Reifung bei. Studienabbrecher*innen haben gelernt, eigene Prioritäten zu setzen, Entscheidungen kritisch zu hinterfragen und sich aktiv neue Ziele zu suchen – Fähigkeiten, die sie in ihrem weiteren Berufsleben direkt anwenden können. Zudem bringt ihr oft etwas höheres Lebensalter einen erweiterten Erfahrungshorizont mit sich, der sich nicht nur in Fachwissen, sondern auch in sozialen Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikation und Konfliktlösung widerspiegelt.

Bereits erworbene Fach- und Methodenkompetenzen als starke Basis für die Ausbildung

Studienabbrecher*innen verlassen die Hochschule nicht ohne bereits erworbene Fach- und Methodenkompetenzen.

Sie bringen ein solides Grundwissen in ihrem Fachbereich sowie analytische Fähigkeiten und methodische Kenntnisse mit, die sie gezielt in der Ausbildung anwenden können. Diese Grundlagen ermöglichen es ihnen, neue Inhalte schneller zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und Aufgaben effizienter zu bearbeiten.

Studienabbrecher*innen bringen häufig wertvolle Kompetenzen mit, die sie im Rahmen studieninterner Projekte oder Praktika erworben haben. Dazu zählen erste berufliche Erfahrungen im Arbeitsalltag, der sichere Umgang mit fachbezogenen Aufgaben, interkulturelle Kompetenzen sowie eine hohe Selbstständigkeit. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet dies motivierte Auszubildende, die u. a. schon Arbeitsprozesse kennen, Verantwortung übernehmen und sich schnell in betriebliche Abläufe integrieren können.

Darüber hinaus haben Studienabbrecher*innen gelernt, sich schnell auf neue Anforderungen einzustellen, Probleme selbstständig zu lösen und sich flexibel in unterschiedliche Arbeitsbereiche einzuarbeiten. Diese Eigenschaften sind besonders wertvoll für die Ausbildungsaufnahme: Studienabbrecher*innen sind motiviert, von Beginn an aktiv mitzuwirken, haben Lust, Verantwortung zu übernehmen und können sich zügig in das Unternehmen integrieren.

Auch Selbstorganisation und Eigenständigkeit sind Qualitäten, die durch Lebens- und Hochschulerfahrungen bei der Zielgruppe oft sehr ausgeprägt sind. Gleichzeitig besteht der Wunsch nach mehr Struktur und einem geregelten Arbeits- und Ausbildungsumfeld.

Geringes Abbruchrisiko - hohe Motivation für den beruflichen Neustart

Studienaussteiger*innen bringen eine hohe Motivation für einen beruflichen Neustart mit. Wenn sie ihr Studium abbrechen, geschieht dies in der Regel nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil sie klare Ziele verfolgen. Sie sind sich bewusst, dass eine Ausbildung ihre zweite und vielleicht letzte Chance auf einen berufsqualifizierenden Abschluss darstellt. Darum ist das Abbruchrisiko in der Ausbildung – bei entsprechenden Rahmenbedingungen – überaus gering. Darüber hinaus zeigen Studienabbrecher*innen in der Berufsschule häufig überdurchschnittliche Leistungen. Sie verfügen bereits über Lernstrategien, analytisches Denken und eine strukturierte Arbeitsweise, die ihnen das eigenständige Erarbeiten von Unterrichtsinhalten erleichtern, selbst wenn das Lernen mit jüngeren Mitschüler*innen anfangs noch ungewohnt sein mag.

Wie können Studienabbrecher*innen als potenzielle Auszubildende gewonnen werden?

Studienabbrecher*innen sind in Zeiten des Fachkräftemangels gefragte Ausbildungskandidat*innen. Um ihren Betrieb attraktiv für diese Bewerbergruppe zu machen, stehen Ihnen einige wichtige Instrumente für die Ansprache von Studienabbrecher*innen zur Verfügung. Dabei ist eine zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit von zentraler Bedeutung.

Die richtige Ansprache: zielgruppengerechte Stellenausschreibungen

Bei der Formulierung von Stellenanzeigen ist es hilfreich, alters- und kompetenzgerecht zu adressieren. Verzichten Sie möglichst darauf, sich ausschließlich an Schüler*innen zu wenden. Studienabbrecher*innen sollten mit „Sie“ angesprochen werden. Gestalten Sie Ihre Stellenangebote bewusst offen und stellen Sie Kompetenzen und Interessen in den Vordergrund, die in der Ausbildung gefragt sind. Niedrigschwellige, motivierende Formulierungen wie „Sie haben Interesse an A, B und C?“ sprechen Studienabbrecherinnen ebenso an. Auch eine direkte Ansprache der Zielgruppe – etwa mit Hinweisen wie „Studienabbrecher*innen ausdrücklich willkommen“ – kann mit wenig Aufwand hohe Aufmerksamkeit und positive Wirkung erzielen.

Eine möglichst detaillierte Berufs- und Unternehmensbeschreibung hilft, Interesse am Berufsfeld und an Ihrer Branche zu wecken. Besonders attraktiv für potenzielle Bewerber*innen ist die Möglichkeit, die Ausbildungszeit mithilfe der bereits erbrachten Studienleistungen zu verkürzen.

Nennen Sie in Ihrer Ausschreibung jedoch nicht nur Ihre Anforderungen und Erwartungen, sondern auch die Dinge, die Sie als Arbeitgeber zu bieten haben.

Was Sie sonst noch bei Stellenanzeigen beachten sollten, hat das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung in einer Checkliste zusammengefasst.

Attraktive Rahmenbedingungen

Studienabbrecher*innen legen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters mehr Wert auf finanzielle und strukturelle Sicherheit während der Ausbildung. Solide Ausbildungsbedingungen und ein zukunftssicherer Beruf sind immer noch der beste Anreiz. Neben dem Gehalt können Ihnen auch Zusatzleistungen wie z. B. Jobticket, Kindergartenprämien, die Möglichkeit zum Home Office oder Gleitzeitmodelle die Aufmerksamkeit potentieller Bewerber*innen sichern - die Zielgruppe ist es allemal wert!

Eigener Online-Auftritt

Junge Erwachsene sind vor allem online unterwegs. Eine Präsenz auf Social Media und eine überzeugende Karriereseite im Internet sowie auf LinkedIn bieten eine kostengünstige und wirkungsvolle Möglichkeit, diese Zielgruppe gezielt zu erreichen. Lassen Sie die Social-Media-Kanäle von Ihren Auszubildenden gestalten, sie wirken als authentische Vorbilder und können die Zielgruppe inspirieren.

Die wichtigsten Rekrutierungswege

Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit: Die Bundesagentur für Arbeit bietet sowohl Studien- als auch Berufsberatung an und ist somit ein häufig genutzter Anlaufpunkt für Studienabbrecher*innen. Informationen dazu finden Sie unter hier.

Passgenaue Besetzung IHK Leipzig: Die passgenaue Besetzung der Industrie und Handelskammer zu Leipzig unterstützt Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen. Dabei steht der persönliche Kontakt zu Studienabbrecher*innen und Unternehmen im Mittelpunkt. Ansprechpartnerin für die Region Leipzig ist Frau Marcus.

Passgenaue Besetzung HWK Leipzig: Die passgenaue Besetzung der Handwerkskammer Leipzig unterstützt Handwerksunternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen. Dabei steht der persönliche Kontakt zu Studienabbrecher*innen und Unternehmen im Mittelpunkt. Ansprechpartner für die Region Leipzig ist Herr Churs.

Kooperationen mit Hochschulen: Unternehmen können bei der Gewinnung von Studienabbrecher*innen mit Hochschulen kooperieren. Nutzen Sie bestehende Kontakte, etwa über Praktika oder Praxissemester, um auf Ausbildungsmöglichkeiten in Ihrem Betrieb aufmerksam zu machen. Ergänzend können Angebote wie ein Tag der offenen Tür oder ein Schnupperpraktikum in Betracht gezogen werden.

Stellenangebote auf Ihrer Karriereseite und LinkedIn: Veröffentlichen Sie Ihre Stellenangebote stets auch auf ihrer Unternehmenswebsite und erstellen Sie Stellenangebote über das Karriere- und Vernetzungsportal LinkedIn. So nutzen Sie eine schnelle und kosteneffiziente Möglichkeit, um gezielt auf Ihre Ausbildungsangebote hinzuweisen.

Digitale Landkarte des Beratungsnetzwerks Queraufstieg: Nutzen Sie die kostenlose digitale Landkarte für Unternehmen des Beratungsnetzwerks Queraufstieg. Mithilfe der digitalen Landkarte stellen Sie Ihr Unternehmen bei jungen Menschen vor, die Zweifel an ihrer Studienwahl haben und die sich einen Einstieg in die Arbeitswelt wünschen- egal, ob es sich dabei um Ausbildungsangebote, Praktika oder studentische Nebentätigkeiten handelt.

Potenziale von kleinen und mittleren Unternehmen

Im Gegensatz zu den großen „Playern“ können kleine und mittlere Unternehmen auf dem Ausbildungsmarkt ein stabiles kollegiales Umfeld und meist abwechslungsreiche Tätigkeiten jenseits eines Fließbandarbeitsplatzes garantieren. Familiäre Atmosphäre und regionale Wurzeln kleinerer und mittlerer Betriebe sind für Studienabbrechende wichtige Faktoren, sich für eine Ausbildung zu entscheiden. Oftmals haben sie die Region, in der sie studiert haben, liebgewonnen und möchten diese trotz des Studienabbruchs an der Hochschule nicht verlassen.

Auch inhaltlich haben kleinere Unternehmen den Vorteil, dass sie nicht nur einen Arbeitsschritt, sondern die gesamten Produktions- und Dienstleistungsabläufe vermitteln und ihre Auszubildenden zu Allroundern machen können.

KMU können individuellere Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. Kombiniert mit der Chance auf eine Übernahme nach der Ausbildung und einer langfristigen Karriereperspektive stehen KMU großen Konzernen in nichts nach.

Kann Plan B Studienabbrecher*innen an ausbildende Unternehmen vermitteln?

Plan B kann ausbildenden Unternehmen keine Studienabbrecher*innen vermitteln. Wir unterstützen und begleiten Studienabbrecher*innen bei der beruflichen Orientierung. Sollte eine Ausbildung in Frage kommen, vermitteln wir bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz an die Projekte der „Passgenauen Besetzung“ der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig oder der Handwerkskammer Leipzig.

Welchen Mehrwert bietet Plan B für ausbildende Unternehmen?

Plan B unterstützt kleine und kleinste Unternehmen (KKMU) gezielt dabei, die Potenziale in der Gewinnung und Ausbildung von Studienabbrecher*innen zu erkennen und zu nutzen. Durch eine gezielte Sensibilisierung werden Betriebe für diese oft übersehene Zielgruppe geöffnet.

Die Zusammenarbeit mit den regionalen Kammern spielt dabei eine zentrale Rolle. Insbesondere über die Projekte der „Passgenauen Besetzung“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig sowie der Handwerkskammer Leipzig (HWK) werden Studienabbrechende mit Unternehmen aktiv zusammengebracht.

Darüber hinaus ist Plan B regelmäßig auf Ausbildungsmessen präsent und tritt dort in den direkten Austausch mit Unternehmen, um für die Zielgruppe zu sensibilisieren und neue Perspektiven für die Nachwuchsgewinnung aufzuzeigen.

Weitere Informationen finden Sie kompakt in unseren Handreichungen:

  • Studienabbrecher ins Boot holen: Zur Ansprache von Studienabbrecher*innen für eine Ausbildung – ergänzt durch Praxiserfahrungen von Unternehmen, die bereits erfolgreich mit Studienabbrecher*innen arbeiten.

  • Die Segel setzen für Studienabbrecher: Tipps und Erfahrungswerte, um die Ausbildung für Studienabbrecher*innen attraktiv und erfolgreich zu gestalten.

Arbeitshilfen für Unternehmen

Erste Informationen zu den Themen wie man Studienabbrecher*innen als Auszubildende gewinnen kann und wie Sie die Ausbildungsattraktivität in ihrem Unternehmen erhöhen können, finden Sie in unseren beiden Broschüren.

Das Projekt “Plan B 2.0” wird gefördert durch

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Logo der Fachkräfteallianz Leipzig (Fördermittelgeber)